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Editoren und Entwicklungsumgebungen

Notepad hat seinen Zweck erfüllt: Du weißt jetzt, was beim Übersetzen und Starten wirklich passiert. Ab jetzt lassen wir uns helfen.

Ein Editor bearbeitet Text. Gute Editoren färben Code ein, rücken ein und erkennen Klammerpaare – aber sie verstehen das Programm nicht.

Eine IDE (Integrated Development Environment, integrierte Entwicklungsumgebung) versteht dagegen den Code: Sie kennt alle Klassen, Methoden und Variablen deines Projekts und der Standardbibliothek. Daraus ergibt sich eine ganze Reihe von Werkzeugen unter einer Oberfläche:

  • Fehler beim Tippen – rot unterstrichen, bevor du übersetzt
  • Code-Vervollständigung – Vorschläge für Klassen, Methoden und Variablen
  • Schnellkorrekturen – fehlende import-Zeilen, fehlende Klassen, Tippfehler
  • Projektverwaltung – Ordnerstruktur, Packages und Classpath
  • Übersetzen und Starten – auf Knopfdruck, ohne Befehlszeile
  • Debugger – ein Programm Schritt für Schritt ausführen und hineinschauen
  • Refactoring – z. B. eine Klasse umbenennen, und alle Stellen werden mitgeändert
Werkzeug Art Herausgeber Einordnung
Notepad++ Editor Open Source Farbige Syntax, sonst nichts. Für Java nur ein kleiner Schritt weg von Notepad.
Visual Studio Code Editor mit Erweiterungen Microsoft Sehr verbreitet, für viele Sprachen. Java-Unterstützung über das Extension Pack for Java.
Eclipse IDE IDE, Open Source Eclipse Foundation Seit über 20 Jahren eine der großen Java-IDEs. Kostenlos und herstellerneutral.
IntelliJ IDEA IDE JetBrains In Unternehmen heute am weitesten verbreitet. Kostenlos nutzbar, einige Funktionen nur im Abo.
Apache NetBeans IDE, Open Source Apache Software Foundation Solide, aber selten geworden.
BlueJ Lern-IDE King’s College London Für den Unterricht an Schulen und Hochschulen gedacht.

VS Code ist eigentlich ein Editor, wird mit Erweiterungen aber fast zur IDE. Interessant: Die Java-Unterstützung arbeitet im Hintergrund mit dem Code-Verständnis von Eclipse – dem Eclipse JDT Language Server. Für kleinere Aufgaben und für Leute, die viele Sprachen nebeneinander verwenden, ist VS Code eine gute Wahl. Bei großen Java-Projekten sind die beiden „echten“ IDEs meist komfortabler.

IntelliJ IDEA gab es lange in zwei Ausgaben: der kostenlosen Community Edition und der kostenpflichtigen Ultimate Edition. Seit Version 2025.3 gibt es nur noch ein Produkt. Es ist ohne Abo kostenlos nutzbar – auch im Beruf –, schaltet nach der Installation aber für 30 Tage alle Bezahlfunktionen frei. Danach fallen diese weg. Für alles, was wir in dieser Schulung machen, reicht die kostenlose Version.

Eclipse erscheint viermal im Jahr, die Versionen heißen nach Jahr und Monat, z. B. 2026-09. Neben Java gibt es Eclipse-Pakete für viele andere Sprachen und Einsatzzwecke.

  • Woche 1: Eclipse. Eclipse sammelt beliebig viele Projekte in einem Workspace – ideal für viele kleine Übungsprojekte. Außerdem zeigt Eclipse den Classpath sehr offen; du wirst darin vieles aus dem letzten Kapitel wiederfinden.
  • Woche 2: IntelliJ IDEA mit Maven. In der zweiten Woche werden die Programme größer und brauchen fremde Bibliotheken. Dafür setzen wir das Build-Werkzeug Maven ein – und wechseln zu der IDE, die viele Entwicklerinnen und Entwickler im Berufsalltag verwenden.